Fotografie

Der verletzbare und fragile menschliche Körper ist ein wichtiges Thema in meiner Fotografie. Der Körper des Menschen ist wie ein Ort, mit vielen unbenannten Straßen.

Ich habe mich oft verlaufen im Leben, schon als Kind landetet ich plötzlich auf einer Verkehrsinsel nahe des Flughafen Heathrow Airport in London, am Weg von der Schule nach Hause. Ich befand mich da in einem sehr unangenehmen Zustand, sehr erschreckend.

Statuen des gekreuzigten Jesu haben mich als Kind erschreckt. Meine Oma wollt, dass ich in der Hofkirche in Wien, 5 Schilling an der Statue des gekreuzigten Jesus hineinwerfe, in die bereitgelegt Opferschale. Bis heute weiß ich nicht, warum sie nicht mitging, warum sie mich da alleine hinschickte, während sie beim Eingang der Kirche stand und von da auf mich wartete. Ich zitterte vor Angst, vor diesem Abbild, ich schaute nicht hinauf. Ich gab das Geld und ging so schnell ich konnte wieder weg. Da war ich vielleicht 7 Jahre alt. Ich habe zum größten Teil nur in der Wohnung gearbeitet. Das finde ich selbst sehr eigen, diese Einschränkung, hatte aber seinen Reiz.

An dich zu denken, schließt mich ein Kopie Kopie

„Denken bringt in Gefangenschaft auch nicht viel, denke ich. Aber was bleibt einem sonst, wenn der dicke Schlamm sich nicht lösen will“

 

 

An dich zu denken, schließt mich ein Bild 3 Kopie

 

 

 

 

 

 

Trauer 3 Kopie

 

 

 

29 C Kopie

 

 

 

 

Trauer 5

 

 2012 Eyes on   Monat der Fotografie  

                                                      Arbeiten aus dem Luftschutzkeller 

In dieser Serie für die Ausstellung Underground 20 im Rahmen von Eyes on, Monat der Fotografie in Wien, habe ich mich zuerst das Tagebuch meiner Großmutter gelesen, dass sie im Keller, während die Bomben fielen, schrieb. Es war logisch dass ich da einen Bezug herstellte, vor allem nachdem ich genau in diesen  Keller ging. Ein sehr sonderbares Gefühl ereilte mir da, so auch wie ich mit meiner Großmutter in den Siebzigern da hinunterging um Kohle für den Ofen zu holen, und da erzählte sie mir über die Zeit als sie da noch einen Stock tiefer im Krieg Monate ausharrten, bis der Krieg zu Ende war. Ich hatte furchtbare Angst die Treppen hinunterzusteigen, um auch noch diesen Keller zu sein. Aber jetzt eben bin ich dagewesen und machte Fotos. In einer gewissen Weise fühlte ich mich verpflichtet, den Keller seine Würde zu geben und ihn zu danken, dass er das Leben meiner Familie und der anderen schutzsuchenden Menschen vor dem Tod bewahrte, da doch das Nachbarhaus getroffen worden ist. Der Keller hätte natürlich auch eine Falle sein können. Er ruht so vor sich hin und wirkt still und unheimlich, manchmal friedlich wie ein Friedhof aber auch so unglaublich fundamental wie seine Gemauer. So letztendlich habe ich mich als einen betroffenen der damaligen Zeit auch verkleidet und versucht die Furcht und Angst wieder zu exerzieren, könnte man sagen. Die Fotos so zu einer Dokumentaufnahme zurückzustellen. Die Serie ist umfangreicher. Hier eines der Vier, die ich bei der Ausstellung dann ausgestellt habe.

Im Luftschutzkeller 1


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